Sicht­kon­trol­le ver­sus Ru­ma Mar­ker-Sys­tem

Pro­cess Re­lia­bi­li­ty and Psy­cho­lo­gi­cal Stress in Uri­ne Sam­ple Collec­tion for Drug Tes­ting: A Pi­lot Stu­dy

 

K. Baum1*, M. Schü­ler-Springorum2 and B. Hup­pertz3

Pu­blis­hed No­vem­ber 12th, 2018

in deutscher Übersetzung

Ergebnisse: Selbst innerhalb einer Einrichtung wird die Sichtkonrolle hinsichtlich Abstand zum Genital, direkter oder indirekter Sicht und Genauigkeit individuell unterschiedlich durchgeführt. Sichtkontrolle führt bei bei Patienten und Mitarbeitern zu ernstem psychologischem Stress. Für das Marker-System sind weniger Arbeitsstunden erforderlich.

Schluss­fol­ge­rung: Aus der Sicht der han­deln­den Kon­troll­per­so­nen ver­bes­sert das Mar­ker-Sys­tem die Dro­gen­kon­trol­le auf al­len Ebe­nen. Die Be­schäf­tig­ten ha­ben mehr Zeit, ih­ren ei­gent­li­chen Tä­tig­kei­ten nach­zu­ge­hen, die Si­cher­heit ge­gen­über Ma­ni­pu­la­tio­nen wird grö­ßer und die psy­chi­sche Be­las­tung wird auf bei­den Sei­ten deut­lich re­du­ziert.

 

Zweck: Die Drogenkontrolle mittels Urinproben gehört zum Standardverfahren in einem weiten thematischen Umfeld. Um Probenmanipulation durch den Probanden zu verhindern, werden die Proben fast immer unter Sichtkontrolle genommen. Allerdings erfolgt die Sichtkontrolle auf unterschiedliche Weise in verschiedenen Ländern und Umfeldern, was zu Abweichungen hinsichtlich Präzision führt. Darüber hinaus führt die Sichtkontrolle zu ernster psychologischer Belastung bei den Probengebern und - wahrscheinlich aber noch nicht bewertet - bei den Mitarbeitern, die die Sichtkontrolle durchführen. Eine alternative Kontrollmethode ist das Polyethylenglykol (PEG)-Urin-Marker-System, welches die Sichtkontrolle während der Urinabgabe unnötig macht.

Ziele: In der vorliegenden Studie haben wir mittels Fragebögen die folgenden Punkte evaluiert: a) das konkrete Verfahren der unter Sichtkontrolle durchgeführten Urinprobennahme in einer forensischen Psychiatrie und b) die Einschätzungen der die Sichtkontrolle durchführenden Mitarbeiter hinsichtlich der Aspekte Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und psychologischem Stress bezüglich Sichtkontrolle und Markerkontrolle.

Studiendesign: Deskriptive Querschnittstudie.

Studienort und Methode: 116 Mitarbeiter eines öffentlichen deutschen Therapiezentrums für forensische Therapie wurden dazu aufgefordert, zwei unterschiedliche, anonyme und geschlossene Fragebögen vor und nach einer dreimonatigen Einführungsphase des PEG-Marker-Systems auszufüllen. Der erste Fragebogen setzte den Fokus auf reale Durchführungs- und Sicherheitsaspekte der Sichtkontrolle, der zweite Fragebogen auf den Vergleich zwischen Sichtkontrolle und Marker-System.